Imkerbundglas

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Reinhard
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Imkerbundglas

Bedingt durch diesen Thread https://www.bienenaktuell.com/forum/preisargumentation#comment-68475 richte ich meine Frage an die Imkerbundglasverwender:

Welche Beweggründe habt ihr, das Einheitsglas zu verwenden?
Warum bleibt ihr diesem vorgegebenem Glas treu?

Was hält euch ab, eigene Gläser zu verwenden?

 

Und gleich dazu: Warum verwendet ihr die Einheitsetikette vom IB und keine eigene?

Pfiati, Reinhard

Bienenbertl
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Re: Imkerbundglas

Reinhard schrieb:

Bedingt durch diesen Thread https://www.bienenaktuell.com/forum/preisargumentation#comment-68475 richte ich meine Frage an die Imkerbundglasverwender:

Welche Beweggründe habt ihr, das Einheitsglas zu verwenden?
Warum bleibt ihr diesem vorgegebenem Glas treu?

Was hält euch ab, eigene Gläser zu verwenden?

 

Und gleich dazu: Warum verwendet ihr die Einheitsetikette vom IB und keine eigene?

zu1:  War im Imkerzentrum verfügbar, kein Versand, schnell erreichbar

zu2:  jetzt gibt es auch die gleichen Gläser ohne Aufdruck und günstiger

zu3:  brauche nur wenige Gläser und eigene Etiketten sind zu teuer.

imker_neulichtenberg
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Re: Imkerbundglas

Meine Kursteilnehmer vom Praxis Imkerkurs der VHS- Oberösterreich nehmen ihren geschleuderten Honig in diesen Gläsern mit nach Hause.

Das zweite Bild zeigt einen Einblick in meinen Honigverkaufskasten.

Ich verwende hier teilweise die ÖIB-Gläser mit eigenen Vereinsetiketten, welche die Regionalität des Honigs hervorheben. 

Vorteil vom ÖIB-Glas es ist leicht erhältlich.

LG Manfred 

Bild: 
Re: Imkerbundglas
Re: Imkerbundglas
Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

Liebe Imker, macht es Euch nicht zu leicht.

 

Nicht alles, was einfach handhabbar ist, ist gut. Nicht alles, was leicht zu bekommen ist, ist zu empfehlen. Je mehr Ihr vergleichbar seid, desto schwerer ist es, eigenständig aufzutreten. Der nächste Imker um die Ecke hat auch Imkerbundgläser. Ganz Österreich schwimmt im Einheitsbrei und bietet Einheitsbrei an. Ich habe ja noch Verständnis, wenn ein 70-jähriger Imker keinen Zugang zum Internet hat und quasi "gezwungen" ist, Imkerbundgläser zu beziehen. Aber was spricht ansonsten für Imkerbundgläser? Ihr glaubt, Ihr seid stark im Imker(ver)bund. Ganz im Gegenteil: Ihr macht Euch schwach und angreifbar, Ihr macht Euch vergleichbar.

 

Ein individueller, unverwechselbarer Auftritt ist die Lösung. Und Liebe zu den Tieren und dem, was Ihr macht.

 

Herzblut.

 

Nur so werdet Ihr Erfolg haben. 

 

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

Grüße von der Sommerbiene.

imker_neulichtenberg
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Re: Imkerbundglas

Geschätzte Sommerbiene, welche Gläser verwenden sie?

LG Manfred 

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

imker_neulichtenberg schrieb:

Geschätzte Sommerbiene, welche Gläser verwenden sie?

Mir geht es hier nicht um eine bestimmte Glasart oder ein Unternehmen, sondern um eine Grundeinstellung, die ich aus tiefer Überzeugung vertrete. Es ist kein großes Geheimnis, dass sich einige unser beider hier vertretenen Einstellungen diametral entgegen stehen, dies ist - bei allem Respekt - keine Wertung, sondern eine reine Feststellung. Wie oben erwähnt, ist für mich hinsichtlich Qualität wie Präsentation eines Produktes wie Honig die Unverwechselbarkeit oberstes Ziel und nicht das einfach und ohne Anstrengung zu erreichende. Daher ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich kein Imkerbundglas verwende, sondern ein Produkt, das meiner Ansicht nach formal wie qualitativ dem hohen Wert des Rohstoffes Honig sowie dieser propagierten Unverwechselbarkeit bestmöglich entspricht.

 

Grüße von der Sommerbiene.

TolerantBee
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Re: Imkerbundglas

Sommerbiene schrieb:

imker_neulichtenberg schrieb:

Geschätzte Sommerbiene, welche Gläser verwenden sie?

Mir geht es hier nicht um eine bestimmte Glasart oder ein Unternehmen, sondern um eine Grundeinstellung, die ich aus tiefer Überzeugung vertrete. Es ist kein großes Geheimnis, dass sich einige unser beider hier vertretenen Einstellungen diametral entgegen stehen, dies ist - bei allem Respekt - keine Wertung, sondern eine reine Feststellung. Wie oben erwähnt, ist für mich hinsichtlich Qualität wie Präsentation eines Produktes wie Honig die Unverwechselbarkeit oberstes Ziel und nicht das einfach und ohne Anstrengung zu erreichende. Daher ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich kein Imkerbundglas verwende, sondern ein Produkt, das meiner Ansicht nach formal wie qualitativ dem hohen Wert des Rohstoffes Honig sowie dieser propagierten Unverwechselbarkeit bestmöglich entspricht.

 

Hallo Sommerbiene,

nun würde ich ebenfalls gerne sehen wie so ein Honigglas mit all Ihren Attributen aussieht. Überrascht

Ihn großer Erwartung auf ein kleines Foto.

Karl

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

TolerantBee schrieb:

.. In großer Erwartung auf ein kleines Foto ...

 

Servus Karl!

Es freut mich, dass wir Dich mit dieser Diskussion zur Anmeldung im Forum und zu Deinem ersten Beitrag bewegen konnten. Es gibt einige schöne und formal besondere Gläser, jedenfalls sehr viele, die meiner Meinung nach schöner als das Imkerbundglas sind, da möchte ich gar nicht meines in den Vordergrund stellen, bitte um Verständnis. Außerdem ist das alles Geschmacksache, vielleicht würdest Du mein Glas gar nicht schön finden und verwendest ja selbst ein Imkerbundglas. Jeder, der mit diesem Glas zufrieden ist und der Meinung ist, dass es gut ankommt und er genug von seinem Honig verkauft, dem kann meine Meinung ohenhin völlig egal sein. Den anderen möchte ich einen Anstoß geben, darüber nachzudenken.

 

Ich glaube und hoffe, dass das 1kg Glas bald der Vergangenheit angehören wird und durch viele kleinere und attraktive Gläser mit kreativ gestalteten Etiketten ersetzt wird. In den letzten 10 Jahren hat sich ja viel getan und ich freue mich, dass junge Imker mit ihren schmackhaften und kreativen Produkten eine auffallende Alternative zu den industriellen Anbietern geschaffen haben. Zumindest in den Städten ist dies so.

 

Frohe Weihnachten!

 

Grüße von der Sommerbiene.

TolerantBee
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Re: Imkerbundglas

Danke für Ihre Antwort!

Habe es leider so erwartet, weil Sie nicht mal Ihren Vornamen preisgeben.

Ja, ich als kleiner Hobbyimker verwende das ÖIG samt Etikett mit der Biene darauf. Da bin ich mir sicher das mich kein Neider, wegen nicht der Norm entsprechendem Etikett, klagen kann.

Mein Plan, in naher Zukunft,  ist jedoch ein „eigenes“ Etikett.

Ich finde die Wabenprägung am Glas (siehe Foto von imker_neulichtenberg, seine Etiketten sind sehr schön) passend für meinen Honig. Sogar Blinde spüren welcher Inhalt im Glas ist. Meine Kunden sind ohnehin Nachbarn, Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen. Viel wichtiger ist mir beim Verkauf ein kurzes Gespräch über den Inhalt im Glas. Ich als Imker muss wissen was für ein hochwertige Lebensmittel meine „Mädels“  erzeugen. So bindet man Kunden eher als mit einem schöneren(teuren) Glas. Darin lege ich mein "Herzblut"!  

Mal ehrlich, viel ist vom Glas ohnehin nicht zu sehen. Ein Großteil wird durch Etikett und Gewährstreifen abgedeckt.  Berufsimker und Imker die auf Märkten verkaufen oder ihren Honig in Verkaufsregale stellen haben alle ihre eigene Marke etabliert. Da steht der Aufwand zum Nutzen in einem vertretbaren Rahmen.

Frohes Weihnachtsfest

Karl

PS: Mit "Imker" sind alle Geschlechtsformen gemeint. Zwinkernd

 

imker_neulichtenberg
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Re: Imkerbundglas

TolerantBee schrieb:

Danke für Ihre Antwort!

Habe es leider so erwartet, weil Sie nicht mal Ihren Vornamen preisgeben.

Ja, ich als kleiner Hobbyimker verwende das ÖIG samt Etikett mit der Biene darauf. Da bin ich mir sicher das mich kein Neider, wegen nicht der Norm entsprechendem Etikett, klagen kann.

Mein Plan, in naher Zukunft,  ist jedoch ein „eigenes“ Etikett.

Ich finde die Wabenprägung am Glas (siehe Foto von imker_neulichtenberg, seine Etiketten sind sehr schön) passend für meinen Honig. Sogar Blinde spüren welcher Inhalt im Glas ist. Meine Kunden sind ohnehin Nachbarn, Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen. Viel wichtiger ist mir beim Verkauf ein kurzes Gespräch über den Inhalt im Glas. Ich als Imker muss wissen was für ein hochwertige Lebensmittel meine „Mädels“  erzeugen. So bindet man Kunden eher als mit einem schöneren(teuren) Glas. Darin lege ich mein "Herzblut"!  

Mal ehrlich, viel ist vom Glas ohnehin nicht zu sehen. Ein Großteil wird durch Etikett und Gewährstreifen abgedeckt.  Berufsimker und Imker die auf Märkten verkaufen oder ihren Honig in Verkaufsregale stellen haben alle ihre eigene Marke etabliert. Da steht der Aufwand zum Nutzen in einem vertretbaren Rahmen.

Frohes Weihnachtsfest

Karl

PS: Mit "Imker" sind alle Geschlechtsformen gemeint. Zwinkernd

 

[/quote]

[quote=TolerantBee]

Danke für Ihre Antwort!

Habe es leider so erwartet, weil Sie nicht mal Ihren Vornamen preisgeben.

Ja, ich als kleiner Hobbyimker verwende das ÖIG samt Etikett mit der Biene darauf. Da bin ich mir sicher das mich kein Neider, wegen nicht der Norm entsprechendem Etikett, klagen kann.

Mein Plan, in naher Zukunft,  ist jedoch ein „eigenes“ Etikett.

Ich finde die Wabenprägung am Glas (siehe Foto von imker_neulichtenberg, seine Etiketten sind sehr schön) passend für meinen Honig. Sogar Blinde spüren welcher Inhalt im Glas ist. Meine Kunden sind ohnehin Nachbarn, Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen. Viel wichtiger ist mir beim Verkauf ein kurzes Gespräch über den Inhalt im Glas. Ich als Imker muss wissen was für ein hochwertige Lebensmittel meine „Mädels“  erzeugen. So bindet man Kunden eher als mit einem schöneren(teuren) Glas. Darin lege ich mein "Herzblut"!  

Mal ehrlich, viel ist vom Glas ohnehin nicht zu sehen. Ein Großteil wird durch Etikett und Gewährstreifen abgedeckt.  Berufsimker und Imker die auf Märkten verkaufen oder ihren Honig in Verkaufsregale stellen haben alle ihre eigene Marke etabliert. Da steht der Aufwand zum Nutzen in einem vertretbaren Rahmen.

Frohes Weihnachtsfest

Karl

PS: Mit "Imker" sind alle Geschlechtsformen gemeint. Zwinkernd

 

Liebe TolerantBee, dein Text trift es genau auf dem Punkt. Wir in unserem Verein wollen den Kunden ein regionales  Produkt liefern. Wenn ich den Kunden sage meine Bienen sind in ihren Garten geflogen um Nektar zu sammeln, dann ist das Glas schon gekauft.  Imkerei ist mehr als nur Honig, er ist nur ein Nebenprodukt. Sehr wichtig ist die Bestäubung der Kultur und Wildpflanzen in unserer Gemeinde und hier ist eine kleinstrukturierte Imkerei sehr gut, unser Durchschnitt im Verein je Imker  4-5 Bienenvölker.  Die Honigbiene ist auch ein sehr guter Bioindikator und zeigt wenn in der Umwelt einmal etwas schief läuft. 

Fazit: Imkern ist mehr als nur Honig verkaufen.

Wünsche ein frohes Fest. Manfred 

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

TolerantBee schrieb:

...Mein Plan, in naher Zukunft,  ist jedoch ein „eigenes“ Etikett ...

 

Das ist sicherlich eine gute Idee, lieber Karl.

 

Damit wird Dein Honig auch optisch ein ganz persönliches und eigenständiges Produkt und sieht nicht gleich wie bei hunderten anderen Imkern aus. Denn Dein Honig ist ja auch qualitativ ein eigenständiges Produkt, spiegelt er doch mit einem ganz individuellen Geschmack die Vielfalt des Trachtangebotes genau Deiner Landschaft, die Dich und Deine Bienen umgibt. Honig ist ein Lagenprodukt, kein Honig schmeckt wie der andere.

 

Mein Name ist übrigens Hannes Lächelnd

Grüße von der Sommerbiene.

Reinhard
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Re: Imkerbundglas

Sommerbiene schrieb:

Mein Name ist übrigens Hannes Lächelnd

ich dachte Hase....

Pfiati, Reinhard

Bienenbertl
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Re: Imkerbundglas

Fazit: Imkern ist mehr als nur Honig verkaufen

Es ist auch ein grosser Unterschied ob ich in der Stadt oder am Land verkaufe, ob meine Kunden Akademiker oder in meinem Fall eher Jungfamilien mit mehreren Kindern sind. 

Manfred
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Re: Imkerbundglas

Grüß Euch,

 

Is do a fesches Glasl:

https://ibas.at/images/product_images/original_images/2346_0.jpg

Ich kann mich noch gut an die Papp- und Kunststoffvorgängerbechermodelle erinnern. So gesehen ist da ja echt was weitergegangen. Die Gurken- , Fisch- und Sonstigesglasverwender sind eine aussterbende Generation.

 

HG Manfred

Bergbiene
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Re: Imkerbundglas

Bienenbertl schrieb:

Fazit: Imkern ist mehr als nur Honig verkaufen

Es ist auch ein grosser Unterschied ob ich in der Stadt oder am Land verkaufe, ob meine Kunden Akademiker oder in meinem Fall eher Jungfamilien mit mehreren Kindern sind. 

Ich glaube auch, dass es gute Kunden gibt, die auch auf den Kilopreis schauen (müssen). Ich glaube, wenn man seine Ausgaben  niedrig hält und effizient arbeitet und die Bienen arbeiten lässt, kann man auch diese Kundschaft mit kostengünstigem österreichischem Bio Honig versorgen. Aber das werde ich erst, wenn ich Glück habe, in den nächsten jahren sehen.

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

Bergbiene schrieb:

Ich glaube auch, dass es gute Kunden gibt, die auch auf den Kilopreis schauen (müssen). Ich glaube, wenn man seine Ausgaben  niedrig hält und effizient arbeitet und die Bienen arbeiten lässt, kann man auch diese Kundschaft mit kostengünstigem österreichischem Bio Honig versorgen.

Wenn das hier auch der falsche Beitrag für dieses Argument ist:

 

Ich fürchte, Du hast leider - wie viele Imker - die völlig falsche Kunden-Zielgruppe im Auge. Abfüller wie z.B. DARBO oder HONIGMAYR haben einen Bruchteil Deiner Fixkosten pro verkauftem Glas, weil sie nur zukaufen und abfüllen. Und genau mit diesen Firmen glaubst Du, preislich mithalten zu müssen, um Billigkäufer und den gemeinen österreichischen Schnorrer zu bedienen.

 

Kunden, die auf den Kilopreis schauen (müssen), sind im Supermarkt meist gut bedient. Dort gibt es Günstiges, qualitativ manchmal gar nicht so schlecht. Wir Imker sollten eigentlich eine andere Zielgruppe bedienen: Die Kunden, denen regionale, mit Liebe hergestellte Nahrungsmittel und das Engagement und die Liebe der Imker für ihre Bienen etwas wert ist und diesen ihren Respekt davor damit ausdrücken, einen angemessenenen und daher guten Preis für dieses Engagement zu bezahlen.

 

Du willst Ausgaben niedrig halten und effizient arbeiten? Was heißt das in der Praxis bei den Imkern: Sparen, wo es geht, auch bei wichtigen Dingen, die sie eigentlich benötigen. Und die Imkerkollegen bei gebrauchten Geräten, die sie anbieten, kräftig im Preis drücken ;-) 

Grüße von der Sommerbiene.

Ro-Bee
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Re: Imkerbundglas

 

Welche Beweggründe habt ihr, das Einheitsglas zu verwenden?
Warum bleibt ihr diesem vorgegebenem Glas treu?

Was hält euch ab, eigene Gläser zu verwenden?

 

Weil bei mir ein Kilo keine 950 Gramm hat.

Weil dieses GlAS ein Symbol für heimischen Honig ist.

Mir gefällt dieses Glas und ich etikettiere noch von Hand, womit mich das Siegel nicht stört.

 

Unterscheid bar sind meine Gläser am Inhalt und am Etikett.

 

LG, Thomas

Bienenbertl
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Re: Imkerbundglas

Die Kunden, denen regionale, mit Liebe hergestellte Nahrungsmittel und das Engagement und die Liebe der Imker für ihre Bienen etwas wert ist.

So ein Geschwafel: Kauft wer bei dir den Honig um € 20 das Kilo. Gratuliere, mir wäre er nicht soviel wert.

Wieviel jemand bezahlt - muss jeder selbst entscheiden.

Wenn ich hier sehe wieviele Leute einen Kommentar abgeben und wieviele nur lesen ist mir alles klar.

Die wollen sich nicht mit dir auf eine Diskusion einlassen.

Ro-Bee
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Re: Imkerbundglas

Bienenbertl schrieb:

So ein Geschwafel: Kauft wer bei dir den Honig um € 20 das Kilo. Gratuliere, mir wäre er nicht soviel wert.

 

Vergiss die 20€, aber Geschwafel ist für mich den Wert regionaler Produkte nicht zu schätzen.

BHei
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Re: Imkerbundglas

Nach der letzten Preiserhebung im "Bienenaktuell" verkaufen sehr viele (der Großteil?) unter den Supermarkt-Preisen für Imkerhonig, nach meinem Gefühl. Das muss nicht sein.

 

vG

Berthold

bienenpeppi
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Re: Imkerbundglas

Ich verwende die Imkerbundgläser auch aus einem ökologischen Gedanken: dadurch das gleich zu erkennen ist, was einmal der Inhalt war (Honig), ist die Wahrscheinlichkeit dass das Glas wieder zu mir zurück wandert höher.

Es gibt bestimmt schönere Gläser, aber als radikaler Öko war das obige Argument schlussendlich ausschlaggebend ;-) Etiketten lassen noch genug Spielraum für individuelles Auftreten und ich denke auch dass der Inhalt und die "Geschichte" drum herum (Umgang mit Bienen etc.) wichtiger ist als die Form des Glases. Meinen Honig bekomm ich derzeit jedenfalls ohne viel Aufwand los.

Etiketten hab ich eigene.

Ich finde das 1kg Glas nicht überflüssig. Ich habe Stammkunden die locker 1kg Honig im Monat verputzen, warum sollen sich die nicht den einen Euro zum Halb-Kilo Glas sparen, wenn ich dadurch weniger Arbeit, weniger Gläser und weniger Etiketten brauche? Ich habe auch halb und viertel Kilo, soll doch jede/r kaufen was er/sie will...

 

Manfred
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Re: Imkerbundglas

Grüß Euch,

 

Sommerbiene schrieb:

 

Ein individueller, unverwechselbarer Auftritt ist die Lösung. Und Liebe zu den Tieren und dem, was Ihr macht.

 

Herzblut.

 

Nur so werdet Ihr Erfolg haben. 

 

 

Ich beschäftige mich schon geraume Zeit mit Bienen. Und je länger ich mich mit Ihnen beschäftige, desto mehr festigt sich bei mir die grundsätzliche Ausrichtung. Ich behandle die Bienen heute als nutzbare Wildtiere, die praktische Seite daran ist, zu erkennen,was ich alles nicht brauche, um ein wirklich gutes Lebensmittel gewinnen zu können. Das Vergnügen mit den Bienen zu arbeiten ist ein Anhaltendes.

 

Wenn ich 50 Völker an einem Standort in industriell gefertigen Einheitsbrei-Kisten, mit Mittelwänden aus Einheitsbrei-Wachs, eifrig gefüttert mit Einheitsbrei-Zuckersirup, stehen habe, dann ist das ein individueller, unverwechselbarer Auftritt - Wie derlei allerdings mit Liebe zu den Tieren, Freude an dem, was ich mache und Herzblut vereinbar sein soll, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.Stirnrunzelnd

 

HG Manfred

Bergbiene
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Re: Imkerbundglas

Sommerbiene schrieb:

Du willst Ausgaben niedrig halten und effizient arbeiten? Was heißt das in der Praxis bei den Imkern: Sparen, wo es geht, auch bei wichtigen Dingen, die sie eigentlich benötigen. Und die Imkerkollegen bei gebrauchten Geräten, die sie anbieten, kräftig im Preis drücken ;-) 

Was man nicht ausgibt, muss man nicht verdienen. Beuten einfach selbst gemacht aus ungehobelten Fichtenbrettern, Naturwaben im honigraum und teilweise im Brutraum, Schwarmvorwegnahme durch Königinnenableger und dadurch  weniger Varroa und Schwarmkontrolle, nur 2 mal Varroabekämpfung durch Ameisensäurelangzeitbehandlung im Dispenser, keine Oxalsäure, Tropfhonig und Jungfernwachs statt Schleuderhonig.. das ist mein Weg um Kosten und Arbeit zu sparen. Aber ich bin erst am Anfang und daher reiner Selbstversorger und Beschenker.

lg

rainer

  

Reinhard
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Re: Imkerbundglas

Wie genau erntest du deinen "Tropfhonig"?

Was machst du dann mit den Waben?

Pfiati, Reinhard

Bergbiene
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Re: Imkerbundglas

Reinhard schrieb:

Wie genau erntest du deinen "Tropfhonig"?

Was machst du dann mit den Waben?

Crush and strain, wobei ich dieses Jahr das Zerkleinern der Naturbauwaben mit einer handbetriebenen Obstmühle probieren werde.

Den Mus in einen Hönigkübel mit Löchern zentral und Siebtuch und 2 Honigkübel darunter. Deckel drauf, der Rest geht von selber mit Zeit und der Schwerkraft. So ernte ich unten Honig und oben bestes reinstes Wachs. Den Honigrest darauf kriegen die Bienen zurück.

lg

rainer

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

Manfred schrieb:

Grüß Euch,

 

Sommerbiene schrieb:

 

Ein individueller, unverwechselbarer Auftritt ist die Lösung. Und Liebe zu den Tieren und dem, was Ihr macht.

 

Herzblut.

 

Nur so werdet Ihr Erfolg haben. 

 

 

... Wenn ich 50 Völker an einem Standort in industriell gefertigen Einheitsbrei-Kisten, mit Mittelwänden aus Einheitsbrei-Wachs, eifrig gefüttert mit Einheitsbrei-Zuckersirup, stehen habe, dann ist das ein individueller, unverwechselbarer Auftritt - Wie derlei allerdings mit Liebe zu den Tieren, Freude an dem, was ich mache und Herzblut vereinbar sein soll, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.Stirnrunzelnd

Der Auftritt am Markt und die Art und Weise einer Betriebsführung, die Du hier als Beispiel bringst, sind völlig unterschiedliche Themen, die Du vermischt und damit versuchst, die Glaubwürdigkeit dieser meiner Aussage in Frage zu stellen. Über Dein Beispiel einer Betriebsführung könnte man lange diskutieren, insbesondere, ob und wie sie mit Liebe zu den Tieren vereinbar ist. Der Weg, den ich hier beschreibe, ist wohl trotzdem der richtige Weg zum Erfolg, nicht nur in der Imkerei.

Grüße von der Sommerbiene.

TolerantBee
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Re: Imkerbundglas

Hallo Reinhard,

Threadheadline = Imkerbundglas

Schon nach wenigen Diskussionsbeiträgen ist der „Faden“  endgültig verloren.

Eine sachliche, zusammenhängende Diskussion ist leider nicht mehr möglich.

 

MfG

Karl

 

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

TolerantBee schrieb:

Threadheadline = Imkerbundglas

Schon nach wenigen Diskussionsbeiträgen ist der „Faden“  endgültig verloren.

Ein berechtigter Einwand, allerdings: Du siehst ja, auch Reinhard stellt zwischendurch Fragen, die mit dem grundsätzlichen Thema nichts zu tun haben. Das ist normal und legitim, wir sind ja hier nicht mehr in der Schule. Glücklicherweise haben einige den Faden nicht verloren und ich bin sicher, wir kehren immer wieder zum Imkerbundglas zurück ;-)

Grüße von der Sommerbiene.

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

bienenpeppi schrieb:

Ich verwende die Imkerbundgläser auch aus einem ökologischen Gedanken: dadurch das gleich zu erkennen ist, was einmal der Inhalt war (Honig), ist die Wahrscheinlichkeit dass das Glas wieder zu mir zurück wandert höher.

Es gibt bestimmt schönere Gläser, aber als radikaler Öko war das obige Argument schlussendlich ausschlaggebend ;-)

Du stellst das Allgemeininteresse über Dein persönliches Interesse. Das ist löblich und aus meiner Sicht eines der wenigen Argumente, die für das Imkerbundglas sprechen.

Grüße von der Sommerbiene.

imker_neulichtenberg
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Re: Imkerbundglas

Ich finde es schade, dass sehr wenige hier in diesem Beitrag ihre Gläser mit den Etiketten zeigen. Ob es jetzt Imkerbund, andere oder sogar Papbecher sind ist für mich egal.

LG Manfred 

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

imker_neulichtenberg schrieb:

Ich finde es schade, dass sehr wenige hier in diesem Beitrag ihre Gläser mit den Etiketten zeigen. Ob es jetzt Imkerbund, andere oder sogar Papbecher sind ist für mich egal.

Wir haben ja in einem anderen Betrag bereits eine Vielzahl an interessanten Beispielen von Gläsern gesehen. So mancher hier hat vielleicht auch Probleme, Bilder einzustellen oder will einfach sein Produkt hier nicht zeigen, aus welchen Gründen auch immer. Interessant ist für mich in diesem Zusammenhang obige Aussage von Tolerantbee: "als kleiner Hobbyimker verwende das ÖIG samt Etikett mit der Biene darauf. Da bin ich mir sicher das mich kein Neider, wegen nicht der Norm entsprechendem Etikett, klagen kann"

Also wenn ich diese Sorgen habe, dann muss ich halt mein Etikett absolut den Vorschriften entsprechend gestalten. Man kann das ohne weiters sorgfältig prüfen lassen, bevor man sich damit auf den Markt begibt. 

 

Meine Bemühungen um eine Vielfalt und Unverwechselbarkeit des Angebotes beruht einfach darauf, dass Einheitsgläser und Einheitsetiketten auch eine Einheitsqualität suggerieren. Wem das egal ist, der darf sich halt auch nicht wundern, wenn dämliche Kunden den Preis des Imkers A mit dem Preis des Imkers B vergleichen und am Preis herumnörgeln. Eh klar: Sieht auch völlig gleich aus ;-) Beim Wein und seinen unterschiedlichen Qualitäten würde das niemandem einfallen, außer denen, die den Wein in der Doppelliterflasche oder im Tetrapack kaufen. Auch Honig ist ein Lagenprodukt und schmeckt von Lage zu Lage völlig unterschiedlich. Das den interessierten Kunden näherzubringen, ist ebenfalls Aufgabe von uns Imkern. 

 

Kaufe ich auf einem Delikatessenmarkt einen speziellen Käse eines Vorarlberger Käsemachers, würde mir nicht im Traum einfallen, diesen mit einem Käse aus dem Supermarkt preislich zu vergleichen. Aber bestimmte Honigkunden und Berufsschnorrer machen das sehr gerne. Daran sind wir Imker leider nicht unschuldig. Wir haben die großartige Chance, uns von den Produkten der Abfüller abzugrenzen und die Vorzüge unseres Honigs und unseres Tuns hervorzuheben. Uns dabei tatkräftig zu unterstützen, wäre eine der Hauptaufgaben eines funktionierenden Imkerbundes. Leider nimmt er diese Aufgabe nicht wahr. Einzig unser Präsident und Kämpfer um einen angemassenen Honigpreis ist da mit seinen immer wiederkehrenden Hinweisen im BienenAktuell, einen angemessenen Honigpreis zu verlangen, eine löbliche Ausnahme ;-)

 

Unser tolles und einzigartiges Produkt entsprechend zu würdigen und hervorzuheben, fängt halt bei der Verpackung an.

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

TolerantBee
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Re: Imkerbundglas

Servus Hannes,

Du zitierst einen Satz aus meinem Posting, dessen Inhalt ich Dir hier näher erläutern möchte.

Es gab, 2018, bezüglich Etiketten eine neue EU-Vorschrift. Zumindest war das die Antwort auf meine Frage, warum die Etiketten anders aussehen, als ich im Sommer beim Imkerladen nachkaufte.

Es gab diesbezüglich keine Info vom Verein.

 

Siehe Foto: Habe da noch eine nicht mehr der Norm entsprechende Etikett gefunden. Wer erkennt den Unterschied und welches darf ich verwenden?

Link: https://i.servimg.com/u/f93/11/50/47/57/etiket10.png

 

Keine Ahnung ob das auch auf selbstgestaltete Etiketten zutrifft.  Aber das hast Du ohnehin sorgfältig prüfen lassen, da bin ich mir sicher. Die Realität sieht leider anders aus.

Wer seine Etiketten selbst produziert dem unterläuft sehr schnell beim Verkleinern auf zB.: Etikett für Glas mit 250g Inhalt, dass die Schrift hier schon vielleicht nicht mehr der erforderlichen Mindestgröße entspricht.  

 

Und noch was Hannes,

der Vergleich mit Wein gegenüber Honig ist vielleicht deinem jugendlichen Alter geschuldet. Ich vermute, die meisten von uns können sich noch sehr gut erinnern, dass man vor Jahren seinen Freunden keinen Wein schenken konnte/wollte. Die Winzer mussten damals ALLE radikal umdenken um vom Verbraucher wieder vertrauen zu bekommen.

Abschauen sollten wir uns, dass die Winzer es geschafft haben, österreichischen Wein wieder ein sehr gutes Image zu verpassen.  Ein Image was Honig mit seinen Inhaltstoffen alles bewirkt, kann man mit dem Glas, Etikett oder Preis alleine nicht erreichen. Berufs- oder Nebenerwerbsimker werden mit dem BIO-Zertifikat ohnehin in eine Richtung gedrängt, die ich als Hobbyimker mit einem anderen Glas und Etikett, nicht wett machen kann. Aber das ist eine adere Geschichte.

 

Imkergruß,

Karl

 

Reinhard
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Re: Imkerbundglas

TolerantBee schrieb:

Abschauen sollten wir uns, dass die Winzer es geschafft haben, österreichischen Wein wieder ein sehr gutes Image zu verpassen.  Ein Image was Honig mit seinen Inhaltstoffen alles bewirkt, kann man mit dem Glas, Etikett oder Preis alleine nicht erreichen. Berufs- oder Nebenerwerbsimker werden mit dem BIO-Zertifikat ohnehin in eine Richtung gedrängt, die ich als Hobbyimker mit einem anderen Glas und Etikett, nicht wett machen kann. Aber das ist eine adere Geschichte.

Da hast du Recht, dass man es "alleine" mit dem Glas nicht erreichen kann. Aber es ist ein Anfang - ein WICHTIGER Anfang, sich damit aus dem Einheitsbrei herauszuschälen und sich und seinen Honig als etwas Besonderes darzustellen.

 

Wer immer nur das tut, was er schon kann, wird immer nur das bleiben, was er schon ist!

 

Ich will mit diesem Thread keinesfalls das Imkerbundglas schlechtreden. Es hat seine Berechtigung, seine Anhänger und seine Kunden. Der Wiedererkennungswert ist groß und einprägsam.

Aber nur für Honig an sich, ohne Untercheidungsmerkmal für einen Imker oder eine Region.

 

Wer SEINEN Honig präsentieren möchte, braucht einen EIGENEN Wiedererkennungswert. Und der geht im Geschäft ohne Erklärung vom Imker einzig und allein über das Glas (samt Deckel) und das Etikett.

 

Pfiati, Reinhard

Sommerbiene
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Re: Imkerbundglas

TolerantBee schrieb:

... der Vergleich mit Wein gegenüber Honig ist vielleicht deinem jugendlichen Alter geschuldet ...

Servus Karl, danke, ich gehe auf die 60 zu und fühle mich Jahr für Jahr jugendlicher und unbeschwerter.

 

Zum Wein: Der Weinskandal hat einiges verändert. Vorher war die Zeit der Doppler und der eher minderen Qualität, Masse vor Klasse, danach hat sich der österreichische Wein tatsächlich qualitativ stark verbessert, ein gutes Image verpasst und wurde und wird bis heute weltweit geschätzt. Einerseits durch hohe Qualität, aber natürlich auch mit einem attraktiven Marketing und kreativen Etiketten.

 

Honig war noch vor 10 Jahren im ähnlichen Fahrwasser. Wenn es auch keinen Skandal gab, aber ich bezeichne die Kilogläser als die Doppler des Honigs. Masse statt Klasse. Alle Gläser sahen gleich aus. Viel zu viel drinnen, auftauen kann den Honig ohnehin kaum ein Kunde richtig, die meisten zerstören ihn auf der Heizung, in der Sonne oder im Backrohr. Honig hatte und hat noch immer nicht den Stellenwert, den er verdiente.

 

Aber in den letzten Jahren haben Jungimker (nooooch jünger als ich ;-) einige interessante Produkte auf den Markt gebracht, der Trend geht weg vom Kiloglas hin zu den kleineren Mengen: 125g, 250 g, 350 g oder 450g. Kunden kaufen mehr Gläser mit geringeren Inhaltsmengen, gustieren gerne und probieren verschiedene Imker und Honigsorten aus. Unterstützt hat das ganze das immer größer werdende Bewußtsein für die Probleme der Biene. Wichtig ist natürlich zu erwähnen, worauf einige ohnehin immer hinweisen: Stadt und Land ist anders. Am Land gehen eher noch die Kilogläser, in der Stadt sieht man sie kaum noch. Kauft ja auch keiner einen Kilo Marmelade. Und für kleinerei Mengen kannst Du in Relation ein besseres Geld bekommen. Es gibt schon interessante Produkte, bei denen Du bis zu 20,-- Euro für bis zu 500g bezahlst und die auch gekauft werden, vom Manuka Honig gar nicht zu sprechen, der noch teurer ist. Ein Bauer im Waldviertel wird diese relativ teuren Produkte nicht kaufen, aber im urbanen Raum hat sich eine Kultur entwickelt, die regionale Produkte hoher Qualität schätzt, Fleisch von gut gehaltenen Tieren bevorzugt und Geld in Nahrungsmittel investiert, weil du nun mal bist, was du ißt.

 

Man muss sich ja nur hier im Forum ansehen, was am meisten beachtet und glesen wird: Honigverkauf und Varroa. Wie ich höre, haben immer mehr Imker Probleme, ihren Honig an den Mann/die Frau zu bringen. Und das in einem Land, in dem nur ein Bruchteil des Honigverbrauchs durch österreichische Imker gedeckt werden kann. Die österreichische Imkerschaft könnte, wenn sie klug agiert und von einem Imkerbund unterstützt wird, den es noch nicht gibt, sehr viel bewirken und den industriellen Abfüllern Umsatz wegnehmen. Es gäbe durchaus Mittel und Wege, das gemeinsam und mit gezieltem Marketing zu erreichen. Aber die Imkerschaft schafft das nicht, aus Gründen, die ich gar nicht mehr näher erläutern will.

 

Die DARBO´S, sehr geschickt, machen einen "Echten österreichischen Imkerhonig", bei dem dann am Glas hinten der Imker steht, von dem der Honig kommt. Ja, ein kluger Imkerbund mit kaufmännisch und kreativ agierenden Personen könnte gemeinsam mit Imkern, denen das eine ordentliche Mitgliedsgebühr wert ist, eine tolle österreichische Marke aufbauen, die mit den österreichischen Abfüllern - trotz eines höheren Preises, durchaus konkurrieren könnte.

 

Übrigens: Einige Imker verkaufen trotz eines Preises, der unter dem der Supermärkte ist, zu wenig. Eben, weil sie billiger sind. Aber das wollen mir die Herren einfach nicht glauben. Was nichts kostet, ist nichts wert. Da ist ein echter österreichischer Imkerhonig vom DARBO schon viiiiel besser ;-)

 

 

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

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Re: Imkerbundglas

bienenpeppi schrieb:

Ich verwende die Imkerbundgläser auch aus einem ökologischen Gedanken: dadurch das gleich zu erkennen ist, was einmal der Inhalt war (Honig), ist die Wahrscheinlichkeit dass das Glas wieder zu mir zurück wandert höher.

 ... als radikaler Öko war das obige Argument schlussendlich ausschlaggebend ;-)

 

Dazu fällt mir noch ein, dass ich in Wien bei einem Honigfachgeschäft ein 40 kg Abfüllgefäß eines Wiener Imkers gesehen habe, vor dem eine Waage stand. Kunden, die noch radikalere Okos als Du sind ;-) können dort ihr eigenes Gefäß mitbringen und mit Honig befüllen. Finde ich gut!

Grüße von der Sommerbiene.

Astacus
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Re: Imkerbundglas

Hallo,

 

ich halte es ähnlich wie Robee und benütze auch das Imkerbundglas 250g und 500g. Ich finde, daß ich durchs Etikett und dem Deckel genug Gestaltungsmöglichkeit habe meinen Honig individuell zu präsentieren.

 

Zum Imkerbundglas gehört noch der Deckel und die Gütesiegeluntersuchung, diese drei Dinge ergänzen sich sinnvoll und stellen als Gesamtpaket eine für den Kunden erkennbare Marke dar.

 

Mittlerweile gleichen sich die individuellen Gläser aber auch immer mehr an (kaufen alle beim gleichen Lieferant), sodaß nur mehr das Etikett der eigentliche Unterschied ist. Das eigene, individuelle Glas läßt sich kaum einer produzieren, habe ich aber auch schon gesehen.

 

Was ist nun so schlecht am Gesamtkonzept des Imkerbundes (Imkerbundglas, dazugehöriger Deckel und der Qualitätsuntersuchung mit Siegel) ?

* Kunde erkennt sofort, daß es ein österreichischer Honig ist

* Kunde erkennt sofort, daß er aus Niederösterreich kommt

* Kunde erkennt sofort, daß es sich um geprüfte Qualität handelt

 

Auf andere Meinungen freue ich mich schon.

Gruß

Hans Peter

 

 

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Re: Imkerbundglas
Manfred
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Re: Imkerbundglas

Grüß Euch,

 

Ein individueller, unverwechselbarer Auftritt.Lachend

Mir gefällts.

 

HG Manfred

hely1
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Re: Imkerbundglas

Hallo

Leider gibt es für das 250Gramm Glas den NÖ Deckel nicht mehr! Dieser wird nicht mehr erzeugt!

Grüße

Helmut

lalibela
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Re: Imkerbundglas

Peter, da geb ich dir gerne Recht.

Wer sich noch erinnern kann, uns wurde versprochen, es wird mit den Einnahmen vom Imkerbundglas Werbung gemacht. Ich warte eigentlich immer noch darauf, auf die gezielte Werbung, was das Imkerbundglas verkörpert.

Verbandsgläser sind ja nicht schlecht, Slowenien hat auch sein eigenes Glas, ein nettes Glas, das sich von den Konservengläsern und Salbentiegeln abhebt.

Eine anständige Differenzierung geht nicht mit dem Glas alleine, es braucht ein Gesamterscheinungsbild, eine Geschichte.

lg

dietmar

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